Ein Monster, das Touristenmassen verschlingt. Ein Film, der sich alle möglichen Themen einverleibt - von Terrorkampf bis Fremdenhass. Viel Spaß mit “The Host”, einem bestialisch guten B-Movie aus Südkorea.
So beginnt bei SPON ein Artikel zum Film “The Host”, den ich letzten Montag im Kino in der Sneak gesehen habe. “Bestialisch schlecht” würde unsere Wertung aber wohl eher treffen. Einer meinte, er fand ihn “nicht soooo schlecht”, während wir anderen schon ziemlich enttäuscht waren. “Geht’s noch schlechter?” kam sogar als eine Reaktion. Direkt zu Beginn standen hinter mir einige auf mit den Worten “Der ist so schlecht”, gingen und kamen nicht wieder.
Ich fand immerhin die Turnübungen des Monsters ganz nett. Hier und da waren auch ein paar witzige Momente, wobei manche wohl auch eher unfreiwillige Komik waren.
Aber gucken wir mal, was SPON weiter schreibt. “Am Ufer des Han-Flusses…” Ah ja, das war eine Stelle, wo ich doch hin und wieder schmunzeln musste. Schließlich sagten die eigentlich nie sowas wie “Am Ufer des Han”, sondern sprachen immer vom Harnfluss, pardon, Han-Fluss.
Gwoemul, so heißt der Film auf koreanisch, beginnt damit, dass ein Labor-Assistent befohlen bekommt, den toxischen Inhalt hunderter Flaschen (”Kleinigkeit”) in den Ausguss zu leeren, weil sie verstaubt sind. Er wehrt sich natürlich, aber schließlich ist es “ein Befehl” und da setzt er sich halt ne kleine Atemschutzmaske auf und kippt umgeben vom giftigen Dämpfen das Zeug in den Abfluss - und damit offenbar in den Han-Fluss.
Ein paar Jahre später ist in eben diesem Fluss ein Monster unterwegs. Natürlich ist es schon riesengroß bevor überhaupt jemals jemand etwas von ihm mitbekommen hatte. So auch die Familie, die direkt am Fluss nen kleinen Laden betreibt.
Über unrealistische Szenen schweige ich mich zu Gunsten des Films einfach mal aus.
SPON schreibt: Unbekümmert überschreitet Regisseur Bong die Formel des Monster-Genres aus Entsetzen, Kampf und Vernichtung mit melodramatischem Pathos, Slapstick-Szenen und sozialkritischen Seitenhieben.
Mir (und anderen) kam es eher so vor als könnte der Film sich nicht entscheiden, was er sein will. Ein bisschen politisch, ein bisschen witzig, ein bisschen dramatisch… Manche Schnitte passten überhaupt nicht zu dem Film und wirkten so unfreiwillig komisch.
Laut Wikipedia ist dies der erfolgreichste südkoreanische Film, den es je gegeben hat. In Südkorea hatte er 13 Mio. Zuschauer bei 48 Mio. Einwohnern.
Ich kann das nicht nachvollziehen. Frau Sympatexter schon etwas eher. Aber nur etwas.