Ein stinknormaler Kino-Besuch
14. Dezember 2007 um 00:43 UhrVor einiger Zeit war ich das erste Mal seit langem mal wieder außerhalb einer Sneak-Preview im Kino. Und da fallen einem erstmal wieder die ganzen Unterschiede auf. Mal ganz abgesehen davon, dass man in der Sneak nicht weiß, was kommt und es sich bei einem normalen Kino-Besuch meist vorher ausgesucht hat.
Nein, da ist dann noch sowas wie die Vorschau auf andere Kinofilme. Kommt in der Sneak nur ganz selten mal. Find ich eigentlich schade. Könnte man auch dort ruhig öfter bringen. Solange es dann nicht zu viele Vorschauen sind. Schließlich ist man eigentlich wegen etwas anderem gekommen. Zuviel nervt dann eher.
Das gilt ganz besonders für die Werbung. Ich weiß nicht warum, aber auch die gibt es in der Sneak nicht. Wir waren pünktlich in den Film gegangen, ich hatte sogar noch etwas gehetzt, und das haben wir nachher sehr bereut. Nach etwa 20-30 Minuten Werbung und Vorschau ging dann das Licht an und die Eisverkäuferin kam rein.
Halb ironisch, aber auch halb ernst, meinte ich zu meinem Nebensitzer “Jetzt haben die mich fast geweckt”. Er lachte etwas, nickte und murmelte, das sei ihm auch so gegangen.
Mit dieser ellenlangen Werbe-Orgie am Anfang verdirbt man den Menschen doch echt den Spaß am Kino. Zumal man dafür ja auch noch ordentlich Geld hinlegen muss. Kino ist ja nicht gerade billig - bis auf die Sneak vielleicht. Und da ist all das besser. Komisch.

Ich wurde ja extra
Aus der Perspektive des Politikers, der mit einer neuen Kriegsstrategie ins Weiße Haus gespült werden möchte (was er natürlich dementiert). Aus der Perspektive von Soldaten, die sich freiwillig gemeldet haben, um etwas für ihr Land zu tun. Aus der Perspektive eines Studenten, der politisch interessiert, inzwischen aber politikverdrossen ist. Aus der Perspektive eines Politik-Professors, der selbst in Vietnam dabei war. Und nicht zuletzt aus der Perspektive einer Journalistin, die sich nach dem 11. September 2001 dazu hat hinreißen lassen, über den “Krieg gegen den Terror” inhaltlich sehr nah an der Propaganda der Regierung zu berichten.
Wobei das - wie bereits gesagt - vielleicht an der falschen Erwartungshaltung lag, die der Trailer in mir aufgebaut hat. Der Kino-Saal war auch alles andere als voll.