Man sollte meinen, Menschen kaufen sich ein Spiel um zu spielen. Um Spaß zu haben. Bei World of Warcraft (WoW) scheint die Spaß-Dimension des Spiels inzwischen oft verlassen zu werden.
Nicht dass sie aufhören würden zu spielen, nein, nein, viele sind ja sogar süchtig. Sie kaufen sich einen Bot, der für sie spielt, damit sie im Spiel weiterkommen.
Mike Donelly hat etwas Paradoxes geschafft. Er verdient Geld damit, dass er anderen das Spielen eines Computerspiels erspart. So wie andere dafür bezahlt werden, im Winter vor anderer Leute Haustür Schnee zu schippen. Mike Donnelly verkauft einen “World of Warcraft”-Roboter, einen “Bot” – und verdiente Millionen damit. Deshalb geht Blizzard, der Betreiber des Online-Rollenspiels “World of Warcraft” (WoW), jetzt juristisch gegen ihn vor.
Schon absurd, oder? Wenn ich mal spiele – was immer seltener vorkommt – dann doch zum Spaß. Da will ich dann auch selbst vorm Rechner sitzen und nicht einem Bot den Spaß überlassen.
WoW scheint allerdings so konzipiert zu sein, dass es die Spieler möglichst lange bei der Stange hält – schließlich zahlen sie Abo-Gebühren. Nun rächt sich dieses System offenbar, da viele Spieler das nicht mehr als Spaß empfinden.
Dazu kommt natürlich, dass einige ihre im Spiel erkämpften Gegenstände (Zaubertränke, Schwerter usw.) auch bei eBay verkaufen. Manche sind als Job sogar quasi WoW-Spieler, denn sie verdienen sich ihren Lebensunterhalt damit, WoW zu zocken und die erspielten Sachen dann auf eBay zu versteigern. Für die kommt der Bot natürlich wie gerufen.

