Death Race (Kino-Film)
Mittwoch, den 26. November 2008Am Montag in der Sneak fiel zunächst mal das Bild aus, während noch die Trailer liefen. Dann fiel auch der Ton aus. Nach ner Weile ging ein bisschen Licht an und es kam jemand, um sich für den Fehler zu entschuldigen. Es wird dran gearbeitet. Etwas später ging noch mehr Licht an. Irgendwann ging’s wieder – und es kam der Trailer zu “The Fast and the Furious 4″. Schon mal gar nicht so weit weg von dem Film, der danach kam…
Es kam nämlich Death Race. Dort fahren Gefängnis-Insassen gegeneinander tödliche Rennen. Wer fünf Mal gewinnt, kommt frei. Macht aber keiner. Die sterben alle vorher. Die fahren nämlich nicht nur, die schießen auch und haben Napalm und sonst was alles. Und jetzt erzähl ich euch die dröge Handlung…
Gleich in den ersten Sekunden des Films wird auf der Kino-Leinwand in Textform die Rahmenhandlung eingeblendet: Der Film spielt im Jahr 2012, die amerikanische Wirtschaft ist zusammengebrochen (nicht wenige wunderten sich: “2012 erst?!”), Arbeitslosigkeit und Krimininalität steigen dramatisch und die Gefängnisse sind daher privatisiert.
Ein besonderer Knast ist Terminal Island. Dort finden oben schon beschriebene Autorennen statt und werden online unter dem Namen Death Race vermarktet. Man kann den Zugang zu den über 100 Kameras im Livestream für jeden einzelnen Renntag für 99 $ buchen oder gleich alle drei für 250 $. So macht das Gefängnis jede Menge Kohle…
Langer Spoiler! Jensen Ames – gespielt von Jason Statham – bekommt den Mord an seiner Ehefrau untergeschoben und landet natürlich auf Terminal Island. Natürlich nicht nur, weil sonst keine Verknüpfung zwischen Vorspann und Haupt-Plot besteht, sondern auch, weil das alles geplant war. Seine Frau wurde nur umgebracht, um ihn in dieses Gefängnis zu kriegen und an dem Rennen teilnehmen zu lassen.
Der bisherige Favorit “Frankenstein” (alias Frank) ist nämlich kurz nach seinem vierten Sieg an seinen Verletzungen gestorben. Nun bringt die Aussicht auf den fünften Sieg ja aber eine deutlich größere Spannung mit rein und steigert damit die Zuschauerzahlen. Also muss Frankenstein weiter fahren. Wie praktisch, dass er eh immer eine Maske trug, weil sein Gesicht durch Verletzungen stark entstellt war – diese Maske soll nun Jensen Ames tragen und so für Rekord-Einschaltquoten sorgen.
Er müsste auch nur einmal gewinnen, da Frankenstein ja schon vier Mal hinter sich hat. Gewinnen soll er aber natürlich nicht. Er soll nur für Spannung und damit für hohe Einnahmen sorgen. Der Kopf hinter diesem ganzen modernen Gladiatorentum ist die Gefängnisdirektorin (Joan Allen). Fliehen von der Insel ist natürlich unmöglich. Und einer der Mitfahrer ist der Kerl, der tatsächlich Jensen Ames’ Frau umgebracht hat.
Und so fährt er natürlich tolle Rennen, zieht so gut wie alle anderen Fahrer aus dem Verkehr (natürlich immer tödlich) und killt mit besonderem Genuss den Mörder seiner Frau. Dann verbündet er sich mit seinem letzten Rivalen in dem Rennen, flieht zusammen mit ihm und sprengt noch die Gefängnisdirektorin in die Luft.
Ach ja, vergessen habe ich noch, dass die Fahrer alle Beifahrerinnen haben, die aus nem Frauengefängnis stammen, aber eher nach Model-Agentur aussehen. Fahren können sie trotzdem wie Sau – zumindest die unseres Hauptdarstellers Jason Statham. Am Ende lebt er mit ihr, seiner kleinen Tochter und seinem Ex-Rivalen in Mexiko und betreibt ne Autowerkstatt. Platter ging’s dann wohl nicht mehr. Spoiler-Ende!
Ja, der Film hat viel Action. Aber ich fand ihn trotzdem ziemlich langweilig. Zumal ich lange auch die Autos der ganzen Kontrahenten da kaum auseinanderhalten konnte. Ich hab noch keinen männlichen Zuschauer getroffen, der den Film gut fand. Bei den Frauen sah es offenbar anders aus. Das kann aber eigentlich nur an den immer wieder mal zu sehenden nackten Männeroberkörpern gelegen haben. Ja, Jason Statham ist toll. Aber das reicht doch nicht!?
Hier noch der Trailer – aber nur für die, denen es nichts ausmacht, die ganze Handlung schon vor dem Gang ins Kino zu wissen:
Wie ich bei filmstarts.de lese, ist der Film ein Remake von Death Race 2000 aus dem Jahr 1974. Allerdings orientiert er sich nur sehr grob an diesem alten Film. Weiter schreibt man in der Filmkritik bei filmstarts.de:
“Death Race” ist ein sinnfreier, primitiver No Brainer, der ungemein sexy aussieht und mit spektakulären Stunts aufwartet – andererseits aber auch so ziemlich jedes B-Movie-Klischee erfüllt.
Kinostart in Deutschland ist am 27. November 2008. Regie und Drehbuch sind von Paul W.S. Anderson, der den Film auch mitproduziert hat. Der Film ist ab 16 Jahren freigegeben – aber Achtung: laut filmstarts.de besteht für Death Race an der Kino-Kasse “Gehirnabgabepflicht”.
