Sin nombre und Neukölln Unlimited (Kino)
2. Mai 2010 um 23:15 UhrBis auf ein Mal war ich in den letzten Wochen immer in der Sneak, nur drüber geschrieben habe ich nie. Das soll sich jetzt wieder ändern. Und da am letzten Montag im Kino ein Film zum Thema Flüchtlinge kam und in den Wochen davor auch, dachte ich mir, ich verbinde beide mal in einem Eintrag – so unterschiedlich die Filme auch sonst sind.
Sin Nombre
Zunächst der Sneak-Film vom vergangenen Montag. Ein Thriller namens Sin Nombre. Sehr brutal, aber wohl (leider) auch sehr realitätsnah beschreibt er die Reise von mexikanischen Flüchtlingen, die auf den Dächern von Güterzügen über die Grenze in die USA fliehen wollen.
(Da ich jetzt was vom Inhalt des Films verrate, an dieser Stelle eine Spoiler-Warnung.) Nur wenige kommen tatsächlich auch lebend dort an. Von der Flüchtlingsfamilie aus deren Sicht ein Teil des Films startet, ist es genau eine.
Während des Films bekommt man zudem Einblicke in Bandenkriege und -rituale rund um die real existierende Mara Salvatrucha. Um dazugehören, muss man einen Mord begehen. Auch wenn man erst zwölf Jahre alt ist. Wie locker Zwölfjährige in den Film übers Töten reden, belustigt zwar im ersten Moment, macht aber doch auch nachdenklich, wieviel Wahrheit da wohl dran ist.
Laut SPON hat sich der Regisseur des Films, Cary Fukunaga, nämlich wohl vor dem Dreh selbst auf so eine Reise begeben. SPON schreibt:
“Sin Nombre”, das Ergebnis von Fukunagas Recherchen, hatte 2009 Premiere auf dem Sundance Film Festival und gewann dort den Preis für die beste Regie. Diese Woche kommt “Sin Nombre”, “Ohne Namen”, in die deutschen Kinos. Es ist ein faszinierendes Kino-Debüt: ein Thriller, eine Liebesgeschichte und ein quasi-dokumentarisches Flüchtlingsdrama, das in einer Welt spielt, von der viele gar nicht wissen, dass sie existiert.
Ich hab viel nachgedacht, ob ich den Film empfehlen würde. Je länger ich drüber nachdenke, desto mehr neige ich zum Ja.
Kino-Start in Deutschland war am 29. April 2010, der Film dauert 96 Minuten und ist ab 16 Jahren freigegeben.
Mehr Infos: Sin Nombre (Wikipedia) und Sin Nombre (offizielle Seite)
Neukölln Unlimited
Der deutsche Film Neukölln Unlimited behandelt zwar auch das Thema Flüchtlinge, es geht aber um Flüchtlinge in Deutschland.
Eine Doku über eine Familie deren Kinder hier in Deutschland geboren sind, die aber trotzdem keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Im Gegenteil, am Geburtstag eines der Kinder wird die Familie abgeschoben – in ein Land in dem zumindest die Kinder nie waren und dessen Sprache sie nicht sprechen. Ein fremdes Land.
Die Familie kommt dann irgendwie wieder zurück nach Deutschland. Einer der Jungs fängt nach einer Weile an, Dummheiten zu machen. Die Abschiebung hat Spuren hinterlassen – psychische.
Da der Film eine reale Dokumentation ist, sind die Rückblenden durchweg im Comic-Stil gemacht. Sehr interessant gemacht. Außerdem spielt der echte Innensenator von Berlin mit.
Sicher kein besonders geeigneter Film für die Sneak, wo man ja eher Unterhaltung sucht. Aber durchaus ein interessanter Film, um die Probleme von Migrantenfamilien besser zu verstehen. Ich hab mich auch nicht gelangweilt.
Kino-Start war am 8. April 2010, der Film dauert 96 Minuten und hat keine Altersbeschränkung.
Mehr Infos: Neukölln Unlimited (Wikipedia) und Neukölln Unlimited (offizielle Seite)
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