Von Löwen und Lämmern (Kino-Film)

9. November 2007 um 23:45 Uhr

Von Löwen und Lämmern: Tom CruiseIch wurde ja extra eingeladen, um über diesen Film zu schreiben. Ehrlich gesagt, bin ich eigentlich froh, kein Geld ausgegeben zu haben. Der Film hat zwar einen interessanten Inhalt, ist aber ziemlich langweilig gemacht. Nachdem ich den Trailer gesehen hatte, erwartete ich einen spannenden, packenden Film. Der Trailer sieht auch danach aus. Schnelle Schnitte, Action.

Doch kaum etwas davon entspricht dem Film, der 94 Minuten lang über die Leinwand flimmert. Viel zu groß ist die Erwartung, die der Trailer aufbaut. Vielleicht ist das der größte Fehler: dass der Trailer dem Zuschauer eine andere Erwartungshaltung mitgibt als sie der Film Von Löwen und Lämmern schließlich halten kann.

Doch beim Diskutieren im Anschluss zeigten sich dann die Stärken des Films. Er wirft viele Fragen auf. Sehr interessante Fragen. Es lohnt sich, über die Inhalte noch einmal zu diskutieren. Er beleuchtet eine Thematik (“Krieg gegen den Terror”) aus verschiedenen Perspektiven.

Von Löwen und Lämmern: Meryl StreepAus der Perspektive des Politikers, der mit einer neuen Kriegsstrategie ins Weiße Haus gespült werden möchte (was er natürlich dementiert). Aus der Perspektive von Soldaten, die sich freiwillig gemeldet haben, um etwas für ihr Land zu tun. Aus der Perspektive eines Studenten, der politisch interessiert, inzwischen aber politikverdrossen ist. Aus der Perspektive eines Politik-Professors, der selbst in Vietnam dabei war. Und nicht zuletzt aus der Perspektive einer Journalistin, die sich nach dem 11. September 2001 dazu hat hinreißen lassen, über den “Krieg gegen den Terror” inhaltlich sehr nah an der Propaganda der Regierung zu berichten.

All das ist sehr interessant und definitiv diskussionswürdig. Aber der Film selbst hat einfach seine Längen. Es gibt sehr wenig Spannung und das ist sehr schade, denn so werden die interessanten Fragen, die Von Löwen und Lämmern aufwirft, schlecht verkauft.

Von Löwen und Lämmern: Robert RedfordWobei das – wie bereits gesagt – vielleicht an der falschen Erwartungshaltung lag, die der Trailer in mir aufgebaut hat. Der Kino-Saal war auch alles andere als voll.

SPON und die Frankfurter Rundschau schreiben auch über den Film. In Berlin gab es im Anschluss an die Premiere offenbar sogar eine Diskussionsrunde mit Robert Redford, dem Regisseur des Films, und Joschka Fischer.

Hätte ich die Artikel vorher gelesen, wären meine Begleitung und ich wohl anders an den Film herangegangen. So hatten wir zwar eine interessante Diskussion im Anschluss, haben aber im Kino zwischendurch eher gegähnt.

Die Fotos sind Pressematerialien von dot-friends.


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2 Kommentare zu “Von Löwen und Lämmern (Kino-Film)”


  1. henningschuerig.de/blog
    Am 10. November 2007 um 00:38 Uhr

    Rückblick: Kino-Einladung als Film-Blogger…

    Eben habe ich nun über den neuen Kinofilm Von Löwen und Lämmern in meinem Zweitblog geschrieben. Die Bewertung des Films will ich hier nicht fortsetzen. Da ich ja aber aus Marketing-Gründen in den Film eingeladen wurde, möchte …

  1. blogsgesang
    Am 29. November 2007 um 20:36 Uhr

    Der Film fordert einige Anstrengung, aber das ist nun mal so bei anspruchsvollen Themen. Da reicht action nicht, da muss man mitdenken. Wichtig scheint mir, dass er überhaupt gedreht wurde und nicht mehr der Hurra-Patriotismus der letzten Jahre bebildert wird. Mehr:

    http://www.blogsgesang.de/2007/11/28/hollywood-streikt/


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