The Host: Bestialisch schlecht

31. März 2007 um 23:35 Uhr

Ein Monster, das Touristenmassen verschlingt. Ein Film, der sich alle möglichen Themen einverleibt – von Terrorkampf bis Fremdenhass. Viel Spaß mit “The Host”, einem bestialisch guten B-Movie aus Südkorea.

So beginnt bei SPON ein Artikel zum Film “The Host”, den ich letzten Montag im Kino in der Sneak gesehen habe. “Bestialisch schlecht” würde unsere Wertung aber wohl eher treffen. Einer meinte, er fand ihn “nicht soooo schlecht”, während wir anderen schon ziemlich enttäuscht waren. “Geht’s noch schlechter?” kam sogar als eine Reaktion. Direkt zu Beginn standen hinter mir einige auf mit den Worten “Der ist so schlecht”, gingen und kamen nicht wieder.

Ich fand immerhin die Turnübungen des Monsters ganz nett. Hier und da waren auch ein paar witzige Momente, wobei manche wohl auch eher unfreiwillige Komik waren.

Aber gucken wir mal, was SPON weiter schreibt. “Am Ufer des Han-Flusses…” Ah ja, das war eine Stelle, wo ich doch hin und wieder schmunzeln musste. Schließlich sagten die eigentlich nie sowas wie “Am Ufer des Han”, sondern sprachen immer vom Harnfluss, pardon, Han-Fluss.

Gwoemul, so heißt der Film auf koreanisch, beginnt damit, dass ein Labor-Assistent befohlen bekommt, den toxischen Inhalt hunderter Flaschen (“Kleinigkeit”) in den Ausguss zu leeren, weil sie verstaubt sind. Er wehrt sich natürlich, aber schließlich ist es “ein Befehl” und da setzt er sich halt ne kleine Atemschutzmaske auf und kippt umgeben vom giftigen Dämpfen das Zeug in den Abfluss – und damit offenbar in den Han-Fluss.

Ein paar Jahre später ist in eben diesem Fluss ein Monster unterwegs. Natürlich ist es schon riesengroß bevor überhaupt jemals jemand etwas von ihm mitbekommen hatte. So auch die Familie, die direkt am Fluss nen kleinen Laden betreibt.

Über unrealistische Szenen schweige ich mich zu Gunsten des Films einfach mal aus.

SPON schreibt: Unbekümmert überschreitet Regisseur Bong die Formel des Monster-Genres aus Entsetzen, Kampf und Vernichtung mit melodramatischem Pathos, Slapstick-Szenen und sozialkritischen Seitenhieben.

Mir (und anderen) kam es eher so vor als könnte der Film sich nicht entscheiden, was er sein will. Ein bisschen politisch, ein bisschen witzig, ein bisschen dramatisch… Manche Schnitte passten überhaupt nicht zu dem Film und wirkten so unfreiwillig komisch.

Laut Wikipedia ist dies der erfolgreichste südkoreanische Film, den es je gegeben hat. In Südkorea hatte er 13 Mio. Zuschauer bei 48 Mio. Einwohnern.

Ich kann das nicht nachvollziehen. Frau Sympatexter schon etwas eher. Aber nur etwas.


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4 Kommentare zu “The Host: Bestialisch schlecht”


  1. Sympatexter
    Am 1. April 2007 um 10:52 Uhr

    Bestialisch schlecht konnte ich den Film nicht bewerten, da ich doch einige Male lachen musste. Ob der unfreiwilligen Komik, denke ich. Egal: gelacht ist gelacht. Deshalb noch mittelmäßige 6 Punkte.

  1. Rainer
    Am 3. April 2007 um 16:47 Uhr

    Ich will den Film jetzt nicht in den Himmel loben, dafür ist die Story zu schlecht. Aber du scheinst da einiges verpasst zu haben, unter anderem, wie mehrfach der 1000fach gesehene Hollywoodstil parodiert wird. Welcher Hollywood-Regisseur würde schon die emotionalsten Szenen mit irgendwelchen Slapsticks spicken, etwa die Familie in größter Trauer nach hinten überfallen lassen (wie oft fällt hier eigentlich jemand hin im Film? Sogar das Monster stolpert einmal) oder die Sache mit dem Blut im Gesicht, das mehrfach aufgegriffen wird, aber am Ende total harmlos ist. Das Monster ist genial animiert, da kann keiner was meckern und viele Schnitte haben mir einfach gut gefallen, etwa als die Tochter geraubt wird. Nur wirklich gruselig ist es höchstens, als die Wissenschaftler Gang-du einspannen, um sein Kopf aufzuboren. Unfreiwillig komisch ist der Film zu keiner Zeit, man muss sich nur den Trailer ansehen, um zu sehen, dass das alles so gewollt ist: http://www.youtube.com/watch?v=2yMUK0Tu0PE

    Fazit: Keine Ahnung, wie der synchronisiert ist, aber OmeU ist er, wenn auch nicht genial, doch durchaus kurzweilig. Jedenfalls Meilen besser als dieses Affentheather, was Peter Jackson uns da als Gozilla vorgeführt hat.

  1. Henning
    Am 4. April 2007 um 12:58 Uhr

    Godzilla hab ich nie gesehen. Aber diese Hollywoord-Parodien – soweit ich mir vorstellen kann, was du damit in dem Film meinst – fand ich sehr unpassend.

    Der Trailer verspricht definitiv mehr Spannung als der Film bietet. Wobei ich schon dazu sagen muss, dass meine Überschrift “Bestialisch schlecht” eher eine Trotzreaktion auf den Spiegel-Artikel ist, weil er dort als “bestialisch gut” bezeichnet wird.

    Vermutlich ist es aber genau das, was du als Hollywood-Parodie gut fandest, was mich am meisten gestört hat. Ich find jedenfalls nicht, dass man im Trailer sieht, dass das alles so gewollt ist. Aber selbst wenn, ich fand’s unpassend.

  1. henningschuerig.de/blog
    Am 29. April 2007 um 18:56 Uhr

    Sneak-Beiträge sind umgezogen…

    In der Vergangenheit habe hier hin und wieder meine Meinung zu den in der Sneak-Preview im Kino gesehenen Filmen gebloggt. Seit kurzem tue ich das in meinem Zweitblog: smileblue.com
    Hier die Einträge, die ihr verpasst habt:

    The Host
    The Marine

    U…


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