Künstlerische Kreativität in allen Ehren, aber man muss einem Film auch noch halbwegs folgen können. Das war bei South leider nicht der Fall. Dass der Film so heißt, haben wir in der Sneak auch erst erfahren als die letzte Zeile des Abspanns durchgelaufen war.
Der Anfang beginnt schon etwas … ja, wie soll ich sagen? … künstlerisch, philosophisch. Dann gibt es einen Schnitt und der Film scheint sich von der Handlung her zu normalisieren. Aber weit gefehlt. Ich werde hier ohne Rücksicht auf die, die ihn noch sehen wollen, die grobe Handlung verraten – soweit sie sich mir überhaupt erschlossen. Wer den Film also noch sehen möchte, für den hier eine dicke Spoiler-Warnung.
Man sieht einen Bankraub, einen flüchtenden Mann und schnell ist klar, dass er an dem Bankraub beteiligt war. So schnell wird in dem Film wohl nie wieder etwas klar. Irgendwann wird 1978 als Jahreszahl eingeblendet. Dann heißt es, es wäre jetzt ein paar Jahre später – oder früher. Nie wieder wird ein Zeitsprung erklärt – durchgeführt wird er aber um so öfter.
Nach einer ganzen Weile erscheint ein Logo – “blablabla präsentiert” erscheint. So als würde der Film gerade anfangen. Mein Nebensitzer meint, das wäre ja wie bei Memento – wo ein Teil des Films rückwärts läuft. Nach ein paar Minuten fragen wir uns allerdings, ob er inzwischen überhaupt vorwärts läuft. Oder vielleicht auch seitwärts oder von rechts oben nach links unten. Kein Plan.
Hätte ich nicht wieder eine kurze Stippvisite beim Kinocast gemacht, wäre mir wohl vor lauter unverständlicher Handlung nicht einmal aufgefallen, dass in dem Film wirklich viele schöne Bilder produziert werden. Künstlerisch hat sich da jemand wirklich voll ausgetobt – leider zu Lasten der Handlung.
Das Bisschen, was man davon versteht, macht irgendwie nichts her. Jetzt noch dickere Spoiler-Warnung: Der Hauptdarsteller hat als Kind wohl dabei zugesehen, wie seine Mutter getötet wurde – möglicherweise von seinem Vater, doch das weiß man nicht. Er wuchs bei einer Frau namens Maria auf, die ihm wohl immer erzählt hatte, er wäre in einem Waisenhaus aufgewachsen.
Nun – nachdem er bei dem Bankraub angeschossen wurde – kommen ihm immer wieder Erinnerungsfetzen hoch. Außerdem trägt er eine Art Tagebuch bei sich, weiß aber nicht wessen Tagebuch das ist und wer diese Frau ist, deren Foto darin ist. Die Erinnerung wird gegen Ende stärker und als er erschossen wird, ist dem Zuschauer klar, dass das auf dem Bild seine Mutter ist. Ob er es selbst noch realisiert hat, ist nicht ganz klar, spielt aber letztlich auch keine Rolle.
Fazit der Filmkritik
Die Handlung des Films finde ich nämlich ehrlich gesagt nur schlecht. Würde man die Story halbwegs so erzählen, dass man ihr folgen kann, wären für den Film vielleicht drei von zehn Punkten drin. Und wenn man dann für die künstlerische Aufmachung nochmal drei gibt, wäre man sogar bei sechs.
Wer aber vor lauter Kunst vergisst, seine Zuschauer mitzunehmen, der macht aus meiner Sicht einen schlechten Film. Mein Fazit also: nicht empfehlenswert. Einer der schlechtesten Filme, die ich je in der Sneak gesehen habe. Selten saß ich so genervt und gleichzeitig gelangweilt und überfordert im Kino-Sessel.
Kinostart in Deutschland: 11. November 2010
Offizielle Website: www.south-derfilm.de
Trailer: zwei, englisch (obwohl es ein Film aus Österreich ist)
Dauer: 105 Minuten
Genre: Drama, Thriller